Über Glück und Zufriedenheit
- Claas Terpoorten
- 14. Apr. 2020
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 1. Aug. 2022
Sicher habt ihr euch darüber auch schon mal Gedanken gemacht. Was ist eigentlich Glück? Und was ist Zufriedenheit? Was ist der Unterschied dazwischen? Ich möchte die Themen anreißen und danach einen kurzen Bezug zu dem Blog herstellen.
Was is Glück und was ist Zufriedenheit?:

Glück ist eher ein kurzfristiges High. Wenn du beispielsweise mit deinen Freunden abends aus bist, schon ein paar Sekt und/oder Bier getrunken hast, viel lachst und einfach eine gute Zeit hast. Oder wenn du im Karussell fährst und dich dieses Gefühl von Freiheit überkommt. Das ist Glück. Zufriedenheit dahingegen ist eher ein langfristiges Gefühl. Wenn du beispielsweise in einem ruhigen Moment über dein Leben nachdenkst, du das Gefühl hast vieles richtig gemacht zu machen und es sich gut und wohlig anfühlt. Das ist Zufriedenheit.
Man kann zufrieden sein, sich also beispielsweise in ruhigen Momenten richtig wohlig fühlen, obwohl man wenige Glücksmomente hat. Und man kann auch trotz vieler Glücksmomente im Großen und Ganzen unzufrieden sein. Eine interessante Studie dazu besagt, dass verheiratete Frauen oft zufriedener sind als unverheiratete, dafür unverheiratete Frauen jedoch oft glücklicher sind als verheiratete. Interessant, oder?
Was davon ist wichtiger?:
Nun ist aber noch die Frage offen, was von beidem wichtiger ist. Glück oder Zufriedenheit? Bevor ich diese Frage beantworte, möchte ich auf eine Kleinigkeit eingehen: “Glück” wird oft mit Zufall assoziiert, wie beispielsweise: “Boa, der hat aber Glück gehabt”. In diesem Blog geht es jedoch nicht um dieses zufällige Glück, sondern es geht um das Glücksgefühl. Also um das “glücklich sein” und wie man das steigern kann. Obwohl es nicht im Duden steht, nutze ich zur Abgrenzung im Folgenden und auch in diesem Blog generell ab und zu das Wort “Glücklichkeit”.
Also zur Frage: Zufriedenheit scheint eher das “tiefgründigere” Gefühl zu sein. Und Glücklichkeit scheint eher das “oberflächlichere” Gefühl zu sein. Zufriedenheit ist schwerer zu beeinflussen als Glücklichkeit. Nachdem beispielsweise mit einem Schluss gemacht wurde und man zutiefst verletzt ist, ist es einfacher abends rauszugehen, sich abzulenken und eine gute Zeit zu haben - also Glücksmomente zu suchen. Es ist jedoch schwerer abends im Bett zu liegen und sich wieder erfüllt und zufrieden zu fühlen.

Wenn man langfristig versucht Unzufriedenheit durch Glücksmomente zu kompensieren, wird einen das Loch in der Seele mit der Zeit auffressen. Zufrieden zu sein und sich auch in ruhigen Momenten wohl zu fühlen, ist demnach der langfristig wichtige Part. Dennoch sollte man die Glücksgefühle nicht vergessen. Wenn ich in vielen Jahren auf mein Leben zurückschaue, möchte ich ein Leben geführt haben, dass sowohl zufrieden war, in dem aber auch Glücksgefühle nicht gefehlt haben. Zufriedenheit ist in gewissem Maße der Hafen der Sicherheit und die glücklichen Momente sind die Highs, die sich als Erinnerungen positief in unsere Herzen einbrennen. Ich denke, dass die Kombination aus beidem das Leben wirklich lebenswert macht.
In diesem Blog spreche ich oft von “Glücklichkeit und Zufriedenheit”, da ich glaube, dass beides auf tiefen inneren persönlichen Werten beruht. Ich möchte mit meinen Texten diese Werte ansprechen und -auch wenn es hochgestochen klingt- Anreize setzen, um sowohl die Glücklichkeit als auch die Zufriedenheit einer jeden Person steigern zu können. Die Texte sind dabei nach ihrem Fokus auf Glücklichkeit (Kategorie “Go for it”) und Zufriedenheit (Kategorie “Reflection”) aufgeteilt.

Zu dem Thema möchte ich zudem auf ein Gedicht verweisen, welches mich persönlich sehr berührt und von dem ich denke, jeder sollte es mal gelesen haben: “Wenn ich noch einmal Leben könnte” von Jorge Luis Borges.
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