Konsum und der Mensch
- Claas Terpoorten
- 13. Apr. 2020
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 1. Aug. 2022
Wir verarbeiten heutzutage mehr Informationen denn je. Was macht das mit uns? Wie können wir das Leben heutzutage so lebenswert wie möglich gestalten? Wie kommen wir heutzutage zu den entscheidenen Geistesblitzen?
Konsum von Informationen damals vs. heute:

Früher haben die Menschen in kleineren Lebensgruppen gelebt. Die Informationen, die sie verarbeiten mussten, haben sich hauptsächlich auf die direkte Sicherstellung des Überlebens beschränkt, wie beispielsweise die Nahrungsbeschaffung oder die Verteidigung vor Angreifern. Heute, im Rahmen einer ausgereiften Digitalisierung, spielt zumindest in unserer westlichen Welt die Sicherstellung des Überlebens eine untergeordnete Rolle. Dafür ist die Menge an täglich konsumierten Informationen enorm. Wir haben die Möglichkeit, immer und überall auf das gesamte Wissen der Welt zuzugreifen, wir können ständig mit allen kommunizieren und wissen stets was unsere Freunde so machen. Unser Wirtschaftssystem entwickelt sich blühend, da Unternehmen die Möglichkeit haben, uns in jeder Lebenssituation zu erreichen und den Konsum weiter ankurbeln zu können.
Was macht das mit uns?:
Doch was macht das mit uns? Was macht es mit uns, so intensiv mit Informationen überflutet zu werden? Was macht es mit uns, verstärkt in digitalen Welten zu leben?

Der Tagesinhalt der meisten von uns besteht hauptsächlich darin, Informationen zu beziehen. Bei der Arbeit - Beziehen von Informationen. In der Bahn - die aktuellen Nachrichten und Instagram. Auf der Königsallee - Whatsapp und Musik. Beim Spülen - einen Podcast über mehr Effizienz. Und abends im Bett - Videos auf YouTube oder Instagram. Wir beziehen so viele Informationen, dass es unseren Köpfen schwerfällt ruhige Momente zu finden. Ich meine, wie soll ein Kopf sich auch entspannen, wenn er konsequent über möglichst viele Sinne möglichst viel Input verarbeiten muss? Wie soll er sich entspannen, wenn er viel mehr aufnehmen muss als er loswerden kann und ständig mit Informationen überlagert ist?
Dazu sehe ich viele gestresste Menschen. Ich sehe Personen, die Schlafstörungen oder Kopfschmerzen haben. Und ich sehe viele, die nicht mehr richtig abschalten können. Und dann wundern wir uns. Wir wundern uns, dass wir nie wirklich zur Ruhe kommen. Wir wundern uns, dass wir uns irgendwie dauernd überfordert und gestresst bei der Erreichung unserer Ziele fühlen. Und wir wundern uns, dass wir uns nicht mehr richtig auf unsere wahren Herausforderungen fokussieren können.
Unser Gehirn ist darauf ausgelegt Informationen zu empfangen, diese zu verarbeiten und daraus Resultate zu ziehen. Es ist jedoch nicht darauf ausgelegt, andauernd, ständig und ausschließlich mit Informationen beschossen zu werden und diese nur noch ansatzweise verarbeiten zu können. Wir brauchen unsere ruhigen Momente. Wir brauchen unsere Momente, in denen wir keine Musik hören und auf keinen Bildschirm schauen. Wir brauchen unsere Momente, in denen wir auch mal den Wind in den Bäumen hören und unsere Umwelt fühlen. Wir brauchen unsere Momente, in denen wir unser Gehirn mit einfachen haptischen Aufgaben beschäftigen. Wir sind auch nur Lebewesen aus der Natur und sollten den Bezug zu ihr nicht zu sehr verlieren.
Kennst du dieses Bild von der Kuh, die im Wirbelsturm durch die Luft fliegt? Sowas machen die ganzen Informationen mit uns - bis uns der Kopf um die Ohren fliegt.
Probiere doch mal:

Probiere doch mal abends das am Tag Erlebte Revue passieren zu lassen und beispielsweise ein kleines stichpunktartiges Tagebuch zu führen.
Oder probiere doch mal beim Einkaufen oder beim Sport das Handy daheim zu lassen und deinem Kopf etwas Ruhe zu gönnen. Ich meine: Früher hat man das ja irgendwie auch geschafft, oder?
Oder probiere doch mal das Handy für ein paar Minuten im Flugmodus zu lassen und dieses Gefühl zu genießen, dass nicht jeden Moment eine Nachricht kommen könnte.
Danach wirst du dich besser fühlen und wieder mehr Energie für die wahren Herausforderungen haben.
Interessant: Die entscheidenden Geistesblitze kommen meistens, wenn du die Gedanken schweifen lässt und dein Gehirn gerade nicht mit irgendwas überlagerst.
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