Die Entwicklung unseres Wertesystems
- Claas Terpoorten
- 21. Juni 2020
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 1. Aug. 2022
Wir konsumieren mehr denn je. Wir sind vernetzter. Wir sind effizienter. Und wir leben immer schneller. Welchen Einfluss hat das auf uns?
Wir konsumieren mehr denn je. Wir sind vernetzter. Wir sind effizienter. Und wir leben immer schneller. Wir sind aufgewachsen in einer Welt, in der wir alles haben. Und wir mussten uns nie wirkliche Sorgen um die existenziellen Dinge des Lebens machen.
Die dritte Welt heute und die westliche Welt in der Vergangenheit:

In einigen Ländern, die ich besuchen durfte, ist das nicht so. Dort, wo Armut groß und Überfluss klein geschrieben werden, haben die Menschen nicht so viel. Wenn man es in unseren Worten ausdrücken möchte: Die meisten haben gar nichts. Es gibt keine Sozialhilfe, man bekommt nicht einfach so Geld vom Staat und man hat kein Recht auf Fernsehen. Die Nahrungsmittelbeschaffung ist nicht gesichert. Viele sitzen auf der Straße, sind davon abhängig handgefertigte Dinge zu verkaufen und arbeiten mehr Stunden als die meisten Workaholics hier. Wenn sie es nicht schaffen ihren Tageslohn zu verdienen, können sie sich und ihre Kinder nicht mehr ernähren. Es gibt nur wenige Chancen dort draußen.
Wie setzten sich die Wertvorstellungen der Einzelnen zusammen? Sie werden maßgeblich geprägt durch Hoffnung, Zuversicht und Wertschätzung dessen, was man hat. Ihnen bleibt nicht viel anderes übrig, als die Kraft aus diesen Werten zu ziehen.
Vor gar nicht so langer Zeit waren die Werte in unserer Gesellschaft ähnlich. Als sich unsere Großeltern nach dem letzten Weltkrieg im Wiederaufbau unseres Landes befanden. Sie mussten das Erlebte verarbeiten und Ihnen blieb auch nicht viel übrig außer die Kraft aus Hoffnung, Zuversicht und der Wertschätzung der einfachsten Dinge zu ziehen. Heute hat sich unsere westliche Welt stark gewandelt. Wir leben in Sicherheit und wir können fast endlos konsumieren.
Die westliche Welt heute:
Trotzdem sehe ich relativ wenige zufriedene Gesichter. Ich sehe relativ wenige, die die grundlegenden Dinge des Lebens wertzuschätzen wissen. Dafür sehe ich viele, die, in der Hoffnung es würde sie glücklicher machen, immer mehr und immer mehr wollen. Mehr Kleidung, mehr Autos, mehr Follower, mehr Erfolg. Ich sehe Werte, die sich von Hoffnung, Zuversicht und Wertschätzung in die Richtung von Einfluss, Überlegenheit und Konsum entwickeln. Es geht nicht mehr darum, das Überleben zu sichern, sondern es geht darum, als Bester aus der Menge hervorzustechen. Ich sehe relativ viele ausgebrannte Gesichter auf einer Suche nach immer mehr und immer mehr. Ich sehe viele Körper und Seelen, die mit den ganzen Eindrücken der modernen Welt nicht mehr mithalten können. Und ich sehe, dass das wirklich Wichtige an Wert verliert.

Warum brauchen wir immer mehr? Warum wertschätzen wir nicht, was wir haben? Warum machen wir uns selber oft so einen Druck? Der Kleiderschrank ist doch eigentlich schon voll, oder nicht?
Natürlich sollten wir versuchen, die Gesellschaft weiter voranzubringen. Wir sollten dabei jedoch auch nicht vergessen, wo wir herkommen. Wir sollten die Dinge, die wir haben, wertzuschätzen wissen. Wir sollten die Sicherheit und den Luxus, mit dem wir uns täglich umgeben, wertzuschätzen wissen. Vielleicht erkennen wir dann, dass viele unserer Probleme eigentlich gar keine wirklichen Probleme sind - sondern oft nur eingebildete. Vielleicht würden wir einige Dinge leichter nehmen. Vielleicht würden wir uns besser fühlen und zufriedener durch die kommenden Zeiten gehen. Vielleicht sollten wir versuchen, uns diese alten Werte hin und wieder vor Augen zu führen und wertzuschätzen, was wir eigentlich alles haben.
Von welchem Handy liest du gerade diesen Text? Was trägst du gerade für Klamotten? Wo kam das Wasser her, das du heute getrunken hast? Und wie schnell ist die Herdplatte in der Küche eigentlich warm?
Probiere doch mal:

Probiere doch in ein paar ruhigen Momenten mal darüber nachzudenken, was du eigentlich so alles an materiellen und immateriellen Dingen hast. Probiere doch mal sie wertzuschätzen und dankbar dafür zu sein, sie haben zu dürfen. Viele andere haben so etwas nicht.
Commentaires